Trond Patzphal: 30 Jahre im Dienst der Bäckerfachpresse

Foto: DBZM 2021

Trond Patzphal: 30 Jahre im Dienst der Bäckerfachpresse

17.08.2021 | Fabian Konschu

Eine Bedienungsanleitung für unseren Verleger, geschrieben von Dirk Waclawek, Chefredakteur des Back Journals.

Friedrich der II., auch „der Große“ genannt, regierte Preußen als König 46 Jahre lang. Nehmen wir die durchschnittliche Lebenserwartung der damaligen Zeit, kannten es die meisten seiner Untertanen nicht anders, als vom alten Fritz regiert zu werden. Trond Patzphal, auch „der Verleger“ genannt, ist publizistisch für das Bäckerhandwerk seit dem 13. August 1991 tätig. Nun hat sich die Lebenserwartung seit den Zeiten des großen Friedrichs deutlich erhöht und Patzphal kommt bisher nur auf eine unternehmerische Regierungszeit von 30 Jahren. Trotzdem sind wir ziemlich sicher, dass beim Stichwort „Bäckerfachpresse“ 95 Prozent der deutschen Bäcker an einen gewichtigen, markanten Herrn im dunklen Anzug denken.

Jetzt wirkt der Verleger auf manche Zeitgenossen eher einschüchternd. Entsprechend erreicht uns öfter die Frage, wie man sich denn am besten bei einem ersten Zusammentreffen verhalten solle. Normalerweise geben wir zu dem Thema keine Tipps, aber anlässlich des Jubiläums machen wir an dieser Stelle eine Ausnahme. Also:

  • Bäcker haben in aller Regel von ihm nichts zu befürchten. Sie können ihm sogar offen sagen, wenn ihnen etwas in seinen Zeitungen nicht gefallen hat. Beizeiten sollte der kritelnde Bäcker dann nur die Anmerkung fallen lassen „Ich bin ja seit vielen Jahren Abonnent …“, schon wird ihm fast alles verziehen.
  • Nicht so einfach wie die Bäckerinnen und Bäcker hat es zugegebenermaßen ein anderer Menschenschlag – die Geschäftsführer von Verbänden. Der Grund ist relativ einfach: Mit den Bäckern verbindet ihn das Bewusstsein, Unternehmer zu sein. Mit Verbandsgeschäftsführern, die ihre Aufgabe ähnlich verstehen, kommt er dann in aller Regel noch gut aus, die sind aber eher selten. Schwieriger wird es, wenn Geschäftsführer eben nicht wie Unternehmer agieren, sondern eigene Interessen in den Vordergrund stellen, mit 50 Prozent Einsatz arbeiten oder die Belange des Bäckerhandwerks aus dem Auge verlieren. Unser Verleger hat da leider in seinen 30 Jahren in der Branche einiges erlebt, und die Tricks von oben helfen dann nicht wirklich weiter.
  • Und dann gibt es da noch die Lieferpartner der Branche. Hier agieren die meisten aus einem unternehmerischen Selbstverständnis heraus, und das ist schon eine gute Basis für ein gedeihliches Auskommen mit unserem Verleger. Irritationen haben oft etwas damit zu tun, dass über den Wert der Leistung – direkter formuliert: unsere Anzeigenpreisliste – unterschiedliche Meinungen bestehen. Hierzu sollte man wissen, dass der Verleger in „Gelsenkirchen Schalke Trinenkamp“ groß geworden ist. Glaubt man seinen Berichten, musste er in der Jugend um jede Scheibe Wurst auf dem Brot kämpfen. Verhungernsängste sind ihm also nicht fremd, und wer zu sehr feilscht, legt eventuell einen Schalter um. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Auch auf seine verlegerische Unabhängigkeit pocht Patzphal in den letzten Jahren sogar noch stärker als früher. Stichwort ist Berufsehre – ein Punkt, der ihn übrigens mit vielen jungen Bäckern verbindet.

Fazit: Die Bedienung des Verlegers ist gar nicht so schwer, solange man die obigen Regeln beherzigt. Und wenn dann doch mal etwas schief gelaufen ist, kann sich das Verhältnis auch wieder bessern. In diesem Punkt beobachten wir bei unserem Verleger sogar etwas Altersmilde! Wir wünschen ihm noch weitere gute Jahre im Dienste der Bäckerfachpresse!

Dirk Waclawek, Chefredakteur und Verlagsleiter Back Journal


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