Keine politische Talkshow, in der nicht das Zauberwort „Bürokratieabbau“ beschworen wird, und dennoch tut sich da nichts. Stattdessen kommen immer mehr Regelungen dazu, die uns weitere Arbeit bescheren. Arbeit, an der wir nichts verdienen! Wie wohlklingend sind da die derzeitigen Versprechungen in den Vereinigten Staaten: Der designierte Präsident Donald Trump will die amerikanische Bürokratie radikal abbauen. In der Europäischen Union (EU) sollen lediglich Berichtspflichten reduziert werden. Jedoch befürchte ich, dass die einfachen Lösungen nicht die besten sind. Bleiben wir einmal beim Entwaldungsgesetz. Das tritt nicht in Kraft, weil die Brüsseler Bürokraten die Bürger auf die Palme bringen wollen. Auch wenn es sich so anfühlt. Hintergrund sind schlicht die Folgen aus der Entwaldung. Nicht nur am Amazonas oder im Kongo, sondern auch ganz konkret bei uns: Die Rodung riesiger Waldflächen hat immer mehr Einfluss auf das Klima, und dessen Wandel ist letztlich global. Ganz zu schweigen vom Freiheitsbegriff nach Immanuel Kant, dem alten Philosophen: „Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt.“ Wenn ich mir also die Freiheit nehme, einen Kaffee zu trinken, dann muss ich akzeptieren, dass das ein oder andere indigene Volk etwas dagegen hat, wenn für meinen Kaffee deren Lebensraum abgeholzt werden soll. Lange Rede, kurzer Sinn: Globalisierung bedeutet auch, dass plötzlich Stimmen laut werden, die wir in den letzten Jahrzehnten überhören konnten. Das ist vorbei. Jetzt müssen wir uns arrangieren. Sollte das dazu führen, dass manche Rohstoffe nicht mehr wie gewohnt zur Verfügung stehen, sollten wir, wenn möglich, Alternativen suchen.