Es ist noch gar nicht lange her, dass Lidl seine Preisoffensive in Deutschland begann. Wenn der Handel von „Offensive“ redet, meint er natürlich immer Preissenkungen. Nach einem anderen LEH-Gesetz folgten alle Wettbewerber dem Lidl-Vorbild und begannen ihre eigenen Preisaktionen. Wenn stimmt, was wir aus Großbäckerkreisen gehört haben, brachte die Billig-Operation im Segment Backwaren so nicht einmal einen Mengengewinn, sondern nur eine Margenvernichtung. Interessanterweise ließ sich der Aldi-Ableger in der Eidgenossenschaft davon nicht abschrecken und startete seine eigene Preisoffensive. Der Wettbewerb zog sofort nach, und so ist das 500-Gramm-Ruchbrot in der Schweiz jetzt flächendeckend für einen Franken zu haben. Wir wagen die Prognose, dass die weiteren Folgen dem deutschen Beispiel entsprechen werden.
Stellt sich für den Handwerksbäcker natürlich die Frage, wie er darauf reagieren soll? Grundsätzlich muss er natürlich auch das Preis-Leistungs-Verhältnis im Blick haben. Aber ändert es noch wirklich etwas, wenn der Bäcker jetzt den Preis von 4,00 auf 3,80 Franken senkt? Das Preisverhältnis Discount-Handwerk also nicht mehr bei 4:1, sondern nur noch bei 3,8:1 liegt? Wohl nicht. Er wird an anderen Faktoren als dem Preis arbeiten müssen.