Nach drei Insolvenzen steht der Schokoladen- und Pralinenhersteller Leysieffer aus Osnabrück nun endgültig vor dem Aus. Die letzte Insolvenz hatte das Unternehmen Ende September beantragt. Berichten des NDR zufolge sei kein passender Investor gefunden worden. Der 1909 gegründete Pralinenhersteller wird jetzt abgewickelt.
Der Grundstein für das Unternehmen wurde einst von Ulrich Leysieffer gelegt. Das erste Konditoreigeschäft der Familie war in der Krahnstraße zu finden. 1936 begann man bei Leysieffer mit der Herstellung von Pralinen. Nach dem zweiten Weltkrieg baute die Familie ihr 1944 zerstörtes Geschäft wieder auf. Die Wiedereröffnung war ein Erfolg und es sollte sogar noch weiter bergauf gehen. Im Jahre 1967 stieg Axel Leysieffer, der Sohn von Ursula Leysieffer und Stiefsohn von Karl Leysieffer, in dritter Generation in das Unternehmen ein. 1973 zog Leysieffer in die Produktionsstätte in Osnabrück-Atter um. Das Unternehmen wuchs weiter und mit ihr das Team. Im Jahr 2014 beschäftigte der Pralinenhersteller 450 Mitarbeiter. Nur fünf Jahre später meldete Leysieffer das erste Mal Insolvenz an. Im Zuge der Sanierung wurden zwei Filialen geschlossen, die Zahl der Beschäftigten reduziert und das Sortiment verkleinert. Das Insolvenzverfahren wurde nach der Übernahme durch den US-Investor Deel & Winkler aufgehoben. Noch bis 2020 wurde das Familienunternehmen in vierter Generation von Jan Leysieffer geführt. Infolge der Übernahme schied er jedoch als Geschäftsführer aus dem operativen Geschäft aus. Im Juni 2021 wurde die Stammfiliale in Osnabrück geschlossen. 2022 folgte der nächste Insolvenzantrag. Die Zeitfracht-Gruppe übernahm das Unternehmen mitsamt den noch knapp 180 Beschäftigten. Bei der Übernahme wurde die insolvente Leysieffer GmbH & Co. KG aufgelöst. Das Unternehmen wurde als Leysieffer Genusskultur GmbH weitergeführt. 2024 übertrug die Zeitfracht-Gruppe ihre Beteiligung an der Leysieffer Genusskultur GmbH nach einer Umstrukturierung rückwirkend zum 1. Januar 2024 an die Holstein Schoko UG. Am 30. September reichte das Unternehmen den dritten und letzten Insolvenzantrag in seiner Geschichte ein. Von der nahenden Schließung sind 95 Mitarbeiter betroffen.