Spätestens seit dem Höhenflug der Grünen und den Freitags-gehen-wir-das-Klima-retten-Schülern sind Umweltschützer die neuen Superhelden. Zu denen gehören auch Niedersachsens Handwerksbäcker – zumindest wenn es nach dem Bäckerinnungs-Verband Niedersachsen/ Bremen geht. Stolze 98 Prozent der Betriebe bieten demnach beispielsweise Alternativen zu den allgegenwärtigen Wegwerfbechern an. Zu den abgefragten Möglichkeiten zählt allerdings auch das Befüllen von mitgebrachten Bechern. Die Überschrift einer Pressemitteilung des niedersächsischen Verbandes verkündet: Niedersachsens Handwerksbäcker sind Vorreiter bei der Müllvermeidung. Klingt gut, bei genauem Hinsehen offenbart sich jedoch schnell ein Wermutstropfen. Die Kunden ziehen nicht mit. Weniger als 20 Prozent würden demnach diese Angebote nutzen. Bei mehr als 40 Prozent der Betriebe sind es sogar nur zwischen fünf und zehn Prozent der Gäste. Wir würden die Pressemitteilung also deutlich abschwächen: Einige Handwerksbäcker in Niedersachsen sind gewillt, ihren Kunden nachhaltige Angebote zu machen. Doch vorher gilt es, das Pferd von hinten aufzuzäumen und eine andere Aufgabe zu erledigen: Den Kunden zu erziehen. Wobei wir noch nicht herausgefunden haben, wie das gehen sollte. Hinweise dazu nehmen wir also gerne entgegen. Dann wird aus dem Anliegen eine runde Sache – und das Bäckerhandwerk kann sich zurecht mit den Lorbeeren einer vorbildlich nachhaltigen Branche schmücken.