Mitte Mai las ich eine interessante Meldung vom Deutschen Konditorenbund. Präsident Gerhard Schenk sagte darin, dass die Zahl der Konditoreien in den vergangenen zehn Jahren erfreulicherweise gestiegen sei, während das Bäckersterben weitergehe. Dass der Anstieg von 3.018 auf 3.184 Konditoreien auf einem wesentlich niedrigeren Niveau basiert als die noch immer fast 11.000 Bäckereien und auf das Jahr heruntergebrochen nur bei 0,5% Prozent liegt, soll hier aber nicht Thema sein. Obwohl die positive Tendenz bei den Kollegen grundsätzlich natürlich sehr erfreulich ist. Aufgefallen sind mir jedoch drei weitere Aussagen von Schenk: „Die Menschen sind eher gewillt, für schöne Dinge Geld auszugeben.“, „In unserer Branche dominieren kleine und Kleinstbetriebe.“ und „Als Konditor kann man sich mit relativ geringen Finanzmitteln selbstständig machen, wenn man sich spezialisiert.“ Auch die viele Bio- und Artisan-Bäckereien sind eher klein und profitieren davon, dass die Kunden für Premiumgebäcke gute Preise bezahlen. Zudem vermeldete Bäckerpräsident Michael Wippler bei der Vorstellung der Betriebszahlen 2018 „rund 500 Neueintragungen in der Handwerksrolle.“ Es geht also auch beim Bäckerhandwerk keineswegs nur einseitig abwärts. Zudem sind unter den Neugründungen (siehe zum Beispiel die Reportage „Bäckerei Bulle“ in diesem Heft) auch einige Konzepte von Klein(st)betrieben mit Produktion und Verkauf in einem Raum, die zeigen, wie man auch mit überschaubaren Investitionen erfolgreich eine Bäckerei eröffnen kann. Da bleibt zu hoffen, dass noch viel mehr solcher Betriebe entstehen, die ihre Kunden als kompetente Nahversorger und Bäcker zum Anfassen mit ofenfrischen Backwaren versorgen, idealerweise aus regionalen Rohstoffen.