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Frühstücks-Alternativen

Da ich zu faul bin, mir morgens eine Stulle zu schmieren, hole ich mir unterwegs mein Frühstück. Es bieten sich mir drei Einkaufsmöglichkeiten für das belegte Brötchen to go an. Erstens ein großer Filialbetrieb, direkt auf dem Weg zur Arbeit mit guten Parkmöglichkeiten. Zweitens die Tanke, die letzte verbliebene Einkaufsmöglichkeit im Heimatdorf. Drittens ein mittlerer Filialbetrieb im Nachbardorf.

Jede Einkaufsstätte hat ihre Vor- und Nachteile. Nr. 1 bietet gute Qualität und ist ohne Umwege erreichbar. Nr. 2 ist zugegebenermaßen eine Tanke, aber es handelt sich um einen alteingesessenen Familienbetrieb, der sich bei den Snacks durchaus Mühe gibt und freundliche Mitarbeiter beschäftigt. Nr. 3 hat ebenfalls gute Qualität, außerdem die besten Verkäuferinnen weit und breit, bedeutet aber einen Umweg von zehn Minuten. Den Wettbewerb entschied in den vergangenen Jahren aus naheliegenden Gründen meist Einkaufsmöglichkeit 1 für sich; diese hat aber jetzt auf absehbare Zeit einen Stammkunden verloren. Ein Einkauf bei diesem Bäcker kann locker mal zehn Minuten dauern. Die Filiale ist schwach besetzt und nicht gut organisiert. Bestellt nur ein Kunde in der Schlange vor mir ein Frühstück, war es das mit dem schnellen Einkauf. Außerdem hat es oft mit der Vorbereitung der Snacks nicht geklappt. Jede zweite Order entwickelt sich zu einer zeitfressenden Sonderanfertigung. Dagegen arbeitet das gut eingespielte Team von Bäcker Nr. 3 im Nachbardorf eine ähnlich lange Schlange gefühlt in der dreifachen Geschwindigkeit ab und bleibt dabei immer noch freundlich. Vor die Wahl gestellt, zehn Minuten in der Schlange von Bäcker 1 zu stehen oder im Auto auf dem Weg zu Bäcker 3 zu sitzen, entscheide ich mich auf absehbare Zeit für Variante 3. Nichtvorbelastete Kunden wären wahrscheinlich schon längst zu Anbieter 2 abgewandert.

Und was lernen wir daraus? Zum einen haben gut ausgebildete Verkäuferinnen in einem eingespielten Team immer noch ihren Wert. Schnelligkeit ist im Bäckereiverkauf weiterhin ein wichtiger Faktor. Zum anderen ist es nicht verkehrt, das eigene Frühstückskonzept hin und wieder standortbezogen zu überprüfen. Wenn man während der Zubereitung eines Frühstücks drei Snackkunden vergrault, ist jedenfalls nichts gewonnen.