Diese Aktion ging nach hinten los: Eigentlich hatte die Bäckerei Hager aus Niederösterreich nur mit einem Augenzwinkern Werbung für ein Heimatbrot machen wollen. Allerdings fand sie sieh binnen kürzester Zeit in einer aufgeheizten Genderdebatte wieder. Hintergrund: Der Betrieb hatte Ende Juli sein Sankt Pöltner-Brot in Sankt Pöltner*in umbenannt. Mit dem Slogan: „Die Zeiten gendern sich. Unser Brot auch.” informierte das Unternehmen mit 13 Filialen per Pressemitteilung, dass sie mit der Umbenennung der „aktuellen Debatte um geschlechtergerechte Sprache” Tribut zollen wolle. Das kam bei vielen Kunden offensichtlich gar nicht gut an, schon am 3. August ruderte die Bäckerei zurück, aus der/die/das Sankt Pöltner*in wurde wieder das Sankt Pöltner-Brot. Wolfgang Hager richtete sich auf Facebook mit einer Videobotschaft direkt an seine Kunden und entschuldigte sich: „Wir haben Mist gebaut.”
Die teils heftigen Reaktionen lassen sich auch damit erklären, dass die Gendersprache in Niederösterreich zu einem hochpolitischen Thema geworden ist: Gendersterne und Doppelpunkte sollen zum 1. August aus offiziellen Dokumenten verbannt werden. Hagers schnelles Eingeständnis, einen Fehler gemacht zu haben, brachte ihm übrigens nicht nur Freunde, sondern auf der Facebook-Seite auch heftigen Widerspruch aus der woken Community. Wir drücken dem Bäcker die Daumen, dass der Wahnsinn schnell endet und die Bäckerkunden brav wieder ihr St. Pöltner-Brot kaufen.