In der vergangenen Woche fand die Jahrestagung des Verbandes deutscher Großbäckereien statt. Bei dem Thema denkt der geplagte Handwerksbäcker in der Regel an unangenehme Wettbewerber, die immer größere Teile des Brotgeschäftes abgreifen. In den Gesprächen mit den Akteuren und nach einer nicht repräsentativen Umfrage unter den anwesenden Betrieben ergab sich ein anderes Bild. Die Großbäcker wurden nämlich voll von den Preis-Schlachten des LEH getroffen. Bekanntlich versuchte Lidl, die Preise der anderen Marktteilnehmer zu unterbieten. Das hat natürlich nicht geklappt, weil Aldi und Co. in der Regel noch am gleichen Tag nachzogen. Ergebnis: Viel vernichtete Marge. Null Mengenzuwachs. Folgerungen: Erstens gibt es angesichts von drei Jahren Wirtschaftsflaute in der Backbranche keine wirklichen Gewinner mehr. Zweitens scheint Mengenwachstum nur noch in Bereichen – Fladenbrot und Co. – stattzufinden, wo weder das klassische Bäckerhandwerk noch der typische Großbäcker besonders gut aufgestellt sind. Drittens hat es wohl weiter seine Vorteile, den Verkauf in eigener Hand zu haben und damit auch über die Preispolitik zu entscheiden.