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Hitzewelle senkt Ernteerwartung

Die hohen Temperaturen Ende Juni haben voraussichtlich bei vielen Getreidesorten deutlich geringere Erträge zur Folge. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV), Dachverband der genossenschaftlich organisierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft, hat seine Prognose für die anstehende Getreideernte kürzlich reduziert. Am stärksten betroffen sind im Vergleich zu den Produktionsmengen des Vorjahres Winterweizen (-11,7 Prozent), Hafer (-9,8 Prozent) und Sommergerste (-19,5 Prozent). Insgesamt werden statt den bisher 44,1 Millionen Tonnen nun nur noch 42,7 Millionen Tonnen Getreide erwartet. Dies entspräche einem Rückgang von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotz der erwartbaren Einbußen stuft der DRV die Ernte noch im Bereich eines durchschnittlichen Ergebnisses ein.

Die Aussichten auf eine überdurchschnittliche Getreideernte, auch aufgrund leicht gestiegener Anbauflächen, seien jedoch deutlich getrübt. Guido Seedler, Getreidemarktexperte des DRV erklärt: „Die Bestände litten massiv unter der Hitze, oftmals wurden Pflanzen sogar notreif, haben also ihre Entwicklung vorzeitig beendet, was zu weniger oder kleineren Körnern in den Ähren führt.“ Manche Sorten blieben von den Auswirkungen der Temperaturen jedoch weitestgehend verschont: Wintergerste (-1,8 Prozent) war beispielsweise Ende Juni schon fast ausgereift, allerdings litten regional die Qualitäten. Auch Triticale (-2,2 Prozent) und Sommerweizen (+1,6 Prozent) gehören nicht zu den Problemfällen.

Aus Sicht des DRV belegen die diesjährigen Ertragseinbußen erneut die Dringlichkeit, mit der die Landwirtschaft an die Folgen des Klimawandels angepasst werden müsse. Züchtungen von Kulturpflanzen mit einer besseren Hitze- und Trockenheitstoleranz sowie das Verfahren der Direktsaat seien Möglichkeiten, auf die sich verändernden Umweltbedingungen zu reagieren.