Vor zwei Wochen erreichte uns eine eindrucksvolle Statistik: Wie die Düsseldorfer Beratungsgesellschaft RSM GmbH in einer Studie ermittelt hat, hält sich nur etwas mehr als die Hälfte (57 Prozent) der europäischen Mittelständler eigenen Aussagen nach an die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). 30 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, die Verordnung aus dem Mai 2018 noch nicht umgesetzt zu haben und 13 Prozent waren sich unsicher. Auf der einen Seite ist es erschütternd zu hören, dass fast jeder dritte mittelständische Betrieb in der EU wissentlich gegen eine Richtlinie verstößt und hohe Strafen riskiert. Auf der anderen Seite ist es die logische Folge daraus, dass viele Inhaber mit der Umsetzung der DSGVO schlichtweg alleingelassen wurden. So erklärten viele der Unternehmen, die bei der Einführung hinterherhinken, dass sie die Verordnung und die korrekte Umsetzung einfach nicht verstehen: 38 Prozent wussten laut RSM nicht, wann sie die Zustimmung zur Daten-Aufbewahrung einholen müssen. 35 Prozent konnten nicht sagen, wie sie ihre eigenen Mitarbeiter bei der Einhaltung der DSGVO-Grundsätze überwachen sollten. 34 Prozent hatten keine Handhabe, wie Verträge mit Drittanbietern datenschutzkonform zu schließen sind. Es fehlt am Wissen, daran führt kein Weg vorbei. Sollte der EU die Einhaltung ihrer Verordnung also wirklich am Herzen liegen, wäre eine Informationskampagne vermutlich weitaus förderlicher als Bußgelder zu verhängen.