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Kommentar: Wir wollen Gitta Connemann zurück

Mal gewinnt man, mal verliert man. Mit der Brotbotschafterin Gitta Connemann war dem Zentralverband des deutschen Bäckerhandwerks im Jahr 2022 ohne Zweifel ein Glücksgriff gelungen. Vielleicht hat man sich ja auf dem Erfolg ausgeruht und deshalb in diesem Jahr bei der Wahl des Brotbotschafters nicht mehr so genau hingeschaut? Oder hoffte man, durch die Wahl eines Politikers aus der Kanzlerpartei wieder besseren Zugang zu den Mächtigen zu erhalten? Der Mensch denkt, Gott lenkt. Jedenfalls scheint sich der erst im Mai gekürte neue Brotbotschafter Lars Klingbeil, seines Zeichens SPD-Vorsitzender, als echter Fehlgriff zu entpuppen. Am Wochenende machte sich Klingbeil in der Bild am Sonntag für eine deutlich über die Empfehlung der Mindestlohn-Kommission hinausgehende Erhöhung des Mindestlohns stark. 12,41 Euro empfehlen die Experten für 2024, Klingbeil wünscht sich dagegen 13,50 bis 14,00 Euro und will entsprechend Druck auf die Bundesregierung ausüben. Im Mai hatte sich der SPD-Vorsitzende anlässlich der Ernennung zum Brotbotschafter noch anders angehört, Zitat:

„Im Zuge von steigenden Energiepreisen hatte ich viel mit Bäckermeisterinnen und Bäckermeistern vor Ort zu tun. Ich habe ihre Sorgen und Nöte kennengelernt und konnte als Abgeordneter des Deutschen Bundestages und Parteivorsitzender der SPD bereits an einigen Stellen gezielt unterstützen. Als Brotbotschafter möchte ich mein Engagement für dieses traditionelle deutsche Handwerk noch einmal intensivieren.”

Für diese „Intensivierung des Engagements” kann sich das Bäckerhanderk nur recht herzlich bedanken. Stellt sich für uns die Frage: Kann man einen Brotbotschafter auch vorzeitig wieder entlassen? Wegen groben Undanks zum Beispiel. Vielleicht hängt Frau Connemann ja noch ein Jahr dran, wenn sie freundlich gefragt wird. Für das Back Journal kann ich sagen: Wir wollen Gitta Connemann zurück!

Dirk Waclawek
Chefredakteur