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Lieblinge werden zu Arbeitspferden

Lange Zeit galt im Bäckerhandwerk die Regel, dass man mit den schönen, großen Freestandern zwar viel Umsatz macht, die Gewinne aber eher aus den schnöden Vorkassenzonen kommen. So hatten die Bäcker dann ihre Lieblingsläden, mussten sich auf der anderen Seite aber zähneknirschend vom Handel drangsalieren lassen. Immerhin gab es dort noch ausreichend Schmerzensgeld. Nun hören wir von immer mehr Kollegen, dass auf der einen Seite das Schmerzensgeld in den Vorkassenzonen nicht mehr stimmt, dafür aber die Großstandorte zunehmend Träger der Gewinne werden. Die Branche lernt also, aus den Lieblingen ganz formidable Arbeitspferde zu machen und so vom Handel unabhängig zu werden. In manchen Handelskonzernen freut man sich zurzeit noch an den kontinuierlich wachsenden Mieteinnahmen aus den Vorkassenzonen. Schlauere Händler erkennen dagegen, dass sie auch ein Interesse haben, wenn die Vorkassen für die guten Bäcker attraktiv bleiben. Das Stichwort heißt hier ganz klar Mietendeckel ab Erreichung einer gewissen Umsatzgröße.