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Neue Wertschätzung

Das sind doch einmal gute Nachrichten: Das Bäckerhandwerk hat ganz gegen den allgemeinen Trend die Zahl der Ausbildungsneuverträge im Jahr 2024 deutlich steigern können. Verstärkung für die Verkaufsteams kommt mit einem Plus von 22,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Vergleichszeitrum bis Ende September), die Backstube kann sich immer noch über ein Plus von 11,4 Prozent freuen. Insgesamt konnte die Branche 6.381 neue Ausbildungsverträge verbuchen. Ein schöner Erfolg, für den sich Betriebe, Schulen und auch die Interessenvertretung auf die Schulter klopfen können. Offensichtlich ist es gelungen, die Attraktivität einer Ausbildung im Bäckerhandwerk zu erhöhen.

Ist das schon die große Trendwende? Im Jahr 2016 machten immerhin noch 17,800 Nachwuchskräfte ihre Ausbildung im Bäckerhandwerk, 2023 kamen wir nur noch auf 9.977. Damals gab es auch noch 2.500 Betriebe mehr, trotzdem wird klar: Es liegt weiterhin ein gutes Stück des Weges vor der Branche. Wobei man auch darüber nachdenken kann, ob man sich nicht am Ausbildungskonzept orientieren sollte, das einige Großbetriebe inzwischen praktizieren: Die Zahl der angehenden Bäckergesellen ist dort nicht besonders hoch. Dafür werden sie aber weit über Tarif bezahlt und auf die Übernahme von Aufgaben vorbereitet, die eine sehr hohe Qualifikation erfordern. Die größere Zahl der Mitarbeiter wird in internen Weiterbildungen zu Experten für bestimmte Positionen gemacht und leistet hier dann auch qualifizierte Arbeit – obwohl sie oft in der theoretischen Gesellenprüfung gescheitert wären. Ähnliches geschieht schon vielerorts im Verkauf, wo man sich für angehende Filialleiterinnen eine erweiterte Ausbildung ausgedacht hat. Vielleicht wäre es also sinnvoll, die Ausbildung weiter zu differenzieren. Finden Sie auch? Dann muss ja nur noch die Gewerkschaft überzeugt werden.