Bäcker sind zum Glück lebensbejahende Menschen. Das merkt man zum Beispiel daran, wieviele sich inzwischen mit dem Mitarbeitermangel arrangiert haben. „Kommen Sie vorbei, wann Sie wollen. Ich habe eh immer gleich wenig Zeit“ ist oft der schwarzhumorige Kommentar, wenn wir Betriebe wegen eines Reportagetermins kontaktieren. Was die Bäcker dann doch hin und wieder mit ihrem Schicksal hadern lässt, ist der schlechter werdende Service bei immer mehr Lieferanten. Klagte man vor einigen Jahren noch über die steigenden Kosten, geht es heute darum, überhaupt noch jemanden zu finden, der nachts in sein Auto springt, um einer Backstube aus der Patsche zu helfen. So gehen Aufträge dann oft nicht mehr an den technisch gesehen besten Anbieter, sondern an den, der noch so etwas wie zeitnahen Kunden- und Notdienst anbieten kann. Das Problem kennen selbst die Bäckereien, die in der Vergangenheit auf das Lieferanten-Preis-Hopping verzichtet haben und sich etwas auf jahrzehntealte Geschäftsbeziehungen einbildeten.
Stellt sich die Frage nach möglichen Abhilfen. Einige Bäkos haben sich mit einer eigenen Technikabteilung schon vor Jahren einen schönen Markt erschlossen. Mit firmenübergreifendem Kundendienst binden sie die Kunden an sich. Bäcker, die in einer Gegend mit einer nicht ganz so aktiven Genossenschaft leben, werden wohl selbst aktiv werden müssen. Vielleicht lässt sich ja zusammen mit anderen regionalen Mittelständlern oder Bäckerkollegen eine Servicegesellschaft gründen? Gern in Absprache mit den Lieferpartnern, für die der Mangel an Servicepersonal inzwischen ebenso ein Wachstumshemmnis ist. Der Genossenschaftsgedanke hat ja beim Einkauf ganz gut funktioniert. Vielleicht klappt es ja auch beim Service.