Junge Menschen aus dem Ausland können den Fachkräftemangel der Branche lindern, dafür ist aber zusätzlicher Einsatz der Betriebe erforderlich – und auch die Politik ist gefragt. Zu dem Schluss kommt der Messe-Talk mit Jürgen Frank, Geschäftsführer Bäcker Frank aus Stuttgart, und Dr. Andreas Baitinger, Schulleiter der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau mit Technischer Oberschule Stuttgart. Frank bildet in seinem Unternehmen junge Menschen aus Marokko und Tunesien aus, an der Gewerblichen Schule wird mittlerweile ein beachtlicher Teil ausländischer Auszubildender unterrichtet. Dr. Baitinger ist überzeugt: „Der Schlüssel zum Erfolg an der Berufsschule liegt im Spracherwerb.“ Zwar kommen die jungen Menschen aus Nordafrika oder Asien mit B1-Zertifikaten nach Deutschland, in der Praxis betrachtet Frank diese jedoch mit Vorsicht: „Zwei zusätzliche Hände sind in der Praxis immer hilfreich, sonst hätte ich schon Aufträge ablehnen müssen, aber für die Theorie braucht es zusätzlichen Deutschunterricht.“ Der ist jedoch nicht immer einfach zu organisieren, erzählt der Bäcker. Zwar gibt es an der Schule bereits einen halben Tag zusätzlichen Unterricht mit Fachtheorie und Wirtschaftskunde, um die jungen Menschen auf die Prüfung vorzubereiten, doch nach einer anstrengenden Nacht in der Backstube seien die jungen Menschen oft nicht mehr aufnahmefähig. Dr. Baitinger fordert die Politik auf, für weitere Unterstützung und Rahmenbedingungen zu sorgen, um die Weiterbildung möglich zu machen. Ob es sich trotz unterschiedlicher Hürden lohnt, Zeit und Mühe in ausländische Fachkräfte zu investieren? „Auf jeden Fall, ich bin weiter auf der Suche nach Unterstützung aus dem Ausland“, resümiert der Bäcker.
Talk: Fachkräfte aus dem Ausland können Mehrwert mitbringen
Veröffentlicht von Lukas Orfert am in | Kommentare sind deaktiviert