In anderen Branchen wird bereits ausprobiert, wie weit sich ein Geschäft von Künstlicher Intelligenz führen lässt. In einem Experiment ließen beispielsweise Anthropic und Andon Labs eine KI einen kleinen Laden betreiben. Das System übernahm wesentliche kaufmännische Entscheidungen – und verlor Geld. Von einer KI, die eigenständig eine Bäckerei führt, sind wir noch weit entfernt. Ausschließen würde ich diese Entwicklung für eine ferne Zukunft trotzdem nicht. Dafür müsste die KI allerdings sehr viel mehr über den Betrieb wissen als über Umsatz, Retouren und Stundenleistung. Kameras und Sensoren müssten ihr beinahe lückenlos zeigen, was im Verkauf, in der Produktion und auf den Lieferwegen geschieht. Wesentlich näher liegt eine andere Nutzung des wachsenden Datenschatzes: Die Anbieter arbeiten daran, Informationen aus verschiedenen Unternehmen anonymisiert für Benchmarks zusammenzuführen. Das könnte einem Bäcker nicht nur zeigen, dass eine Kennzahl auffällig ist, sondern auch, wie sein Betrieb im Verhältnis zu einer sinnvollen Vergleichsgruppe steht. Eine heikle Aufgabe: Der Vergleich muss nah genug am eigenen Unternehmen sein, um etwas auszusagen. Er darf aber nicht so eng werden, dass sich hinter den anonymen Zahlen plötzlich der Mitbewerber aus der Nachbarstadt erkennen lässt. Dann wäre alles Vertrauen in die Systeme verloren. Gelingt den Anbietern der Drahtseilakt aber, werden die Systeme zu noch mächtigeren Begleitern.