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Weltökonomie und Raketenwissenschaft

Vor Kurzem veröffentlichte eine ehemals bedeutende Illustrierte eine große Enthüllungsgeschichte zur Frage, ob die Bäcker sich gerade schamlos die Taschen vollmachen, während Lebensmittel sonst überall billiger werden. Auf den Bericht wollen wir gar nicht weiter eingehen, bisher war auch die Resonanz auf den Artikel nicht besonders groß. Gerne würden wir uns aber mit dem grundsätzlichen Denken beschäftigen, das hinter solchen Fragestellungen steht. Erstens scheinen Menschen der Ansicht zu sein, dass die Bäcker auf dem hart umkämpften Lebensmittelmarkt Preise einfach so festsetzen können, wie es ihnen gerade in den Sinn kommt. Es reicht ein Geheimbeschluss des Zentralverbandes und schwupp kosten die Brötchen überall zehn Cent mehr. Zweitens gehen Menschen davon aus, dass Aktionen wie eine Erhöhung des Mindestlohns keinen Einfluss auf ein Produkt haben dürfen, das mit einem Personalkostenanteil von 40 bis 50 Prozent belegt ist. Wir verweisen hier auf die Erkenntnisse des Weltökonomen Robert Habeck, der bekanntlich der Ansicht war, dass sich eine Erhöhung der Maut nicht in höheren Verbraucherpreisen niederschlägt, weil die Fuhrunternehmen die zusätzlichen Kosten einfach aus ihrem Gewinn begleichen. Erinnert sei an dieser Stelle auch an den Geistesblitz eines Vertreters der Linken, die Dönerpreise doch gefälligst staatlich zu deckeln bzw. zu subventionieren. Kann das Bäckerhandwerk aus solchem Wahnsinn Lehren ziehen? Bedingt. Wenn man Preiserhöhungen begründet, dann bitte nicht nur mit den Rohstoffkosten, sondern auch den weiteren Kostentreibern. Und die Öffentlichkeitsarbeit des Mittelstandes kann sich Gedanken machen, wie sie den Deutschen wieder grundsätzliche Regeln der Ökonomie – Vorsicht! Raketenwissenschaft – nahebringt. Sonst wachen wir irgendwann in einem Land auf, in dem der Staat wieder die „gerechten“ Preise für Lebensmittel festsetzt.