Als Bäcker muss man manchmal das Gefühl bekommen, im politischen Berlin kein ausreichendes Gehör zu finden. Hinweise darauf gibt es zur Genüge. Die Bürokratie dient immer wieder als hervoragendes Beispiel: vom Arbeitsmittelverzeichnis bis zu den Zugriffsberechtigten auf personenbezogene Daten. Aktuell sieht das natürlich anders aus, das Bäckerhandwerk hat vom Lokalpolitiker bis zum Bundesminister alle Nase lang Backstubenbesuch. Es ist Wahlkampf. Da hat natürlich jeder Volksvertreter ein offenes Ohr für den Mittelstand. Fotos in handwerklichen Betrieben sind fast so beliebt wie solche mit Tieren oder Kindern. Um sicherzustellen, dass hier nicht nur Bodenständigkeit suggeriert wird, sondern auch eine Botschaft ankommt, wird das Handwerk entsprechend lauter. Beispielsweise legt der Zentralverband Forderungen vor und Norddeutschlands Innungsbäcker geben mit einer Kampagne ebenfalls Vollgas. Doch für die Politiker ist aktuell eben nur Zeit zum Zuhören. Umgesetzt wird vor der Wahl natürlich keines der Versprechen oder der Ankündigungen. Doch wenn nach Zuhören und Verstehen kein Handeln folgt, war die Mühe der Bäcker umsonst. Unsere Empfehlung: Sie lesen, hören oder sehen Wahlversprechen, die Ihnen gefallen? Gut so. Legen Sie sich doch einfach einen kleinen Hinweis in die Wiedervorlage. Gerne auch in einem Jahr nach der Wahl. Genug Zeit, Maßnahmen anzustoßen. Ist das nicht passiert, freut sich sicherlich jeder Bundestagsabgeordnete über eine nette Nachfrage. Denn schade wär es doch, wenn das Bäckerhandwerk nur zu Wahlzeiten gehört wird.