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Zuckerindustrie kritisiert Lebensmittelstrategie der Bundesregierung

Der deutsche Bundesernährungsminister Cem Özdemir will der Lebensmittelwirtschaft weiterhin die Daumenschrauben anlegen. Er ist der Meinung, dass in Fertigprodukten trotz seiner Aufforderung weiterhin zu viel Zucker enthalten ist. Zu diesem Schluss ist er durch die Lektüre des zweiten Zwischenberichts zur Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten (NRI) gekommen, den das Max-Rubner-Institut (MRI) vorgelegt hat. „Der zweite NRI-Zwischenbericht macht leider deutlich, dass die bisherigen Reformulierungen nicht ausreichen“, sagte er. Er habe  das MRI beauftragt, wissenschaftlich unterlegte Reduktionsziele unter Beteiligung möglichst vieler Interessengruppen zu entwickeln. „Diese objektive, wissenschaftlich fundierte Grundlage für weitere Reformulierungen wird mein Ministerium gegenüber der Lebensmittelwirtschaft einfordern.“

Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) hält die Ziele des Ministers zwar für richtig, den Weg dorthin allerdings für falsch. Hauptgeschäftsführer Günter Tissen sagte, dass der Zucker sehr wohl signifikant reduziert worden, aber dennoch kein Rückgang des Problems des Übergewichts zu verzeichnen sei. „Der Zwischenbericht zeigt, dass die Reduktionsbemühungen hier zu wenig beitragen“, pflichtete er ihm bei. Er wehrte sich allerdings gegen des Ministers Schlussfolgerung, daraus verbindliche Reduktionsziele für einzelne Nährstoffe abzuleiten. „Genau damit rennen wir weiter in die falsche Richtung. Es kommt bei der Übergewichtsbekämpfung auf die Kalorienreduktion an. Das ist wissenschaftlicher Konsens. Genau hier zeigt der Zwischenbericht Lücken auf.“ Es sei falsch, sich auf einzelne Nährstoffe zu konzentrieren, meinte er und bekräftigte: „Die Kalorien müssen in den Mittelpunkt.“