Erinnern Sie sich noch an die aufgeregte Diskussion um die Gefahren von Acrylamid? Die Substanz steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen und da sich Acrylamid bei der Erhitzung von stärkehaltigen Lebensmitteln bildet, hat die EU für Lebensmittelproduzenten eine Reihe von Vorgaben ersonnen. Nun sieht es so aus, dass die Gefahren durch Acrylamid neu bewertet werden müssen. Das legt jedenfalls eine Veröffentlichung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nahe. Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass Acrylamid auch im Körper selbst entsteht – und zwar in größerem Maße als bislang angenommen.
In der Studie – so das BfR in einer Mitteilung – wurde die im Körper vorhandene Menge an Acrylamid bei Mischköstlern, Veganern und Rohköstlern verglichen. Dazu wurden sowohl der Urin als auch Blutproben auf Reaktionsprodukte von Acrylamid untersucht. Da die Rohköstler für wenigstens vier Monate keine erhitzten Nahrungsmittel zu sich genommen hatten, war eine sehr geringe Menge im Körper zu erwarten. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Menge der Reaktionsprodukte von Acrylamid bei ihnen 25 Prozent (Urin) und 48 Prozent (Blut) im Vergleich zu den bei Mischköstlern festgestellten Mengen betrugen. Dies wird durch die Bildung von Acrylamid im Körper selbst erklärt. Außerdem zeigte die Studie, dass eine vegane Ernährungsweise im Vergleich zu Mischkost zu einer deutlich höheren Acrylamidaufnahme führt.
Unsere Einschätzung: Die neuen Forschungsergebnisse sprechen Acryladmid nicht von allen potenziellen Gefahren frei, erlauben aber ein deutlich differenzierteres Bild auf die Wirkung im Menschen. Die komplette Mitteilung des Bundestinstituts finden sie hier.




















