Was ist am 31. Oktober wichtiger: Reformationstag oder Halloween? Wer auf der Straße die Ohren spitzt oder sich im Familienkreis umhört, stellt schnell fest: Halloween. Aber auch die Bäcker haben bemerkt, dass sich die Zeiten gewandelt haben. Der Obermeister der Dresdner Bäckerinnung zum Beispiel, Rico Uhlig, hat der Bild-Zeitung pünktlich zum Doppelereignis mitgeteilt, dass er für die Zukunft des traditionsreichen Reformationsbrötchens schwarz sieht. „Die Nachfrage ist enorm zurückgegangen“, sagte er dem Blatt. „Früher habe ich hunderte Reformationsbrötchen gebacken, heute sind es nur noch ein paar Bleche.“ Als Erklärung nennt er die Entkirchlichung Sachsens, Thüringens und Sachsen-Anhalts, also Mitteldeutschlands, in denen die protestantischen Traditionen noch am lebendigsten sind. André Bernatzky, Schulleiter der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Sachsen, verweist auf einen weiteren Faktor: „Die Bäcker straffen ihr Sortiment, verzichten dabei auf so ein berühmtes Spezial- und Saisongebäck. Auch wird statt der Reformation zunehmend Halloween gefeiert. Da gehen Muffins mit Spinnennetz aus Zuckerglasur einfach besser.“




















