Vier von fünf Unternehmen klagen über mehr Bürokratie. Das hat die repräsentative Studie „Bürokratielasten aus Sicht der deutschen Wirtschaft“ des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) ergeben. Die im März 2026 veröffentlichte Befragung von rund 1.000 Unternehmen bildet vornehmlich die Einschätzung der Führungsebene aus Industrie und Dienstleistungssektor ab, ergänzt durch Verbandsinput. Doch wenn man sich im Bäckerhandwerk umhört, wird klar: In unserer Branche fällt der Verdruss über Berichtspflichten, Nachweisdokumentation und Prüfzyklen kaum geringer aus. Das Ergebnis der Studie ist keineswegs Randnotiz, sondern das Schrillen von Alarmsirenen. Das Problem liegt in der schieren Flut an Gesetzen, EU-Vorgaben und branchenspezifischen Normen. Aus der IW-Studie geht hervor, dass die Unternehmen vor allem über die steigende Komplexität und die wachsende Zahl an Regelungen klangen. Bürokratieabbau, war da was? Hinzu kommt das Murren über zähe Verfahren und fehlende Entscheidungsspielräume seitens der Behörden. Das ist bitter, denn so verbrennt die Wertschöpfung aus Produktion und Verkauf im Hochofen der Verwaltung zu Asche. Bemerkenswert ist dabei, dass sie Unternehmen einen Gegenentwurf präsentieren: weniger Detailtiefe, dafür mehr Digitalisierung und synchronisierte Berichtspflichten. Das über allem schwebende Zauberwort jedoch: Vertrauen. So besteht die Bereitschaft, strengere Haftungsregeln gegen weniger Klein-Klein einzutauschen. Dieser Vorschlag sollte Gehör finden. Zwar erfüllt Bürokratie eine wichtige Funktion, denn sie schafft Verlässlichkeit, doch sie verliert ihre Berechtigung, wenn ihr argwöhnischer Blick ins Kleinste lähmt statt ordnet.
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