Ehre, wem Ehre gebührt: Die Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) hat die Bäckerhefe zur „Mikrobe“ des Jahres 2022 gekürt. Die VAAM „würdigte“ die Leistungen des „Zuckerpilzes des Bieres“, wie die deutsche Übersetzung der lateinischen Bezeichnung lautet, um die Bierherstellung, die Lockerung von Teigwaren und die Herstellung von Medikamenten. In der VAAM haben sich etwa 3.500 mikrobiologisch orientierte Wissenschaftler zusammengeschlossen. Sie fördert den wissenschaftlichen Informationsaustausch und die Zusammenarbeit ihrer Mitglieder, mit dem Ziel, Forschungsergebnisse der Mikrobiologie zum Wohl der Gesellschaft und der Umwelt umzusetzen.
Entdeckt wurde die Bierhefe erst 1680, doch zum Bierbrauen benutzten sie schon die alten Ägypter. Auch bei der Herstellung von Wein oder Sake leistet sie gute Dienste, zum Beispiel indem sie diese Getränke haltbar und – zumindest in der gar nicht so „guten, alten Zeit“ – besser genießbar macht als Wasser.
In der Forschung ist die Saccharomyces cerevisiae ein gern verwendetes Studienobjekt, weil sie in Aufbau und Funktion eukaryotischen Zellen ähnelt und daher menschlichen Zellen ähneln. Ihr Genom ist früh vollständig sequenziert worden. Auch Diabetiker profitieren von ihnen, denn in sie wurde das Hefegenom das menschliche Insulin-Gen „eingepflanzt“, sodass dieser winzige Organismus einen Großteil des menschlichen Hormons für die Diabetestherapie produziert. Eine weitere Anwendung: Der Malaria-Wirkstoff Artemisinin (2015 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet) wird durch eine ausgefeilte „Umleitung“ des Hefe-Stoffwechsel produziert.




















