Job ohne Vorstellungsgespräch: US-Bäcker praktiziert Open Hiring

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Job ohne Vorstellungsgespräch: US-Bäcker praktiziert Open Hiring

03.04.2023 | Jessica Escher

In dieser Bäckerei brauchen Job-Anwärter weder eine Ausbildung, noch Bewerbungsunterlagen und auch ein Vorstellungsgespräch findet nicht statt: Die US-amerikanischen Greyston Bakery stellt nach dem Open Hiring-Konzept ein. Darüber berichtete die ARD in einem Beitrag der Tagesschau. Das bedeutet konkret: Bei dem ungewöhnlich kurzen Bewerbungsprozess schreiben die Bewerber lediglich ihren Namen und ihre Telefonnummer auf eine Liste – das war´s.  „Sie rufen an, und dann kommt man hierher und fängt an zu arbeiten. Erst wirst Du angelernt, und dann kannst Du nach einer Zeit aufsteigen – so wie ich”, erklärt der 32-jährige Davone, der mittlerweile als Supervisor in der Produktion tätig ist. Er selbst sei vorbestraft, was in den USA ein Ausschlusskriterium für so ziemlich jede Firma darstelle. Geschäftsführer Joseph Kenner nimmt mit dem Open Hiring-Prinzip genau diese Zielgruppe ins Visier: “Wir konzentrieren uns auf Menschen mit Beschäftigungshindernissen: ehemalig Inhaftierte, Alleinerziehende, Obdachlose, Menschen mit psychischen Problemen oder die kein Englisch können.” Eine Verzweilfungstat angesichts des vorherrschenden Fachkräftemangels oder reine Barmherzigkeit? Laut Kenner letzteres: Die Bäckerei handle im Sinne des Gründers Bernie Glassmann, der 1982 in Yonkers, der Stadt mit der damals höchsten Obdachlosenrate in den USA, ein kleines Café mit Bäckerei eröffnete. Nun, 40 Jahre später, ist daraus der industrielle Großbetrieb mit 120 Mitarbeitern geworden. Unter anderem werden dort die Brownies, die im Ben & Jerry’s-Eis landen, hergestellt.