Wie Sie ja vielleicht wissen, verzichte ich aus Gründen der mentalen Stabilität weitgehend auf den Konsum von Nachrichtensendungen. Neulich habe ich leichtsinnigerweise mit diesem Grundsatz gebrochen und – Patsch – gab es gleich einen Schlag in die Magengrube. Sah ich doch auf dem Bildschirm eine Bundesarbeitsministerin, die unter Beifall den Arbeitgebern den Kampf ansagte: „… ist mir besonders deutlich geworden (…), gegen wen wir eigentlich gemeinsam kämpfen müssen.“ Kurz ungläubig die Augen gerieben und dann reali- siert – kein böser Traum, die SPD-Chefin Bärbel Bas meinte das ernst. Auf so einen Gedanken muss man in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit der Gründung der Bundesrepublik als ver- eidigte Bundesministerin („Den Nutzen des deutschen Volkes zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden“) erst einmal kommen. Nun scheint es sich bei Frau Bas um einen besonders originellen Geist zu handeln und sie war wohl auch noch beleidigt, weil sie auf einem Arbeitgebertag mit ihren fachlich fundierten Aussagen eine Mischung aus ungläubigem Raunen und Kichern geerntet hatte. Jedenfalls hat sie bisher nichts zurück- genommen und SPD-Fraktionschef Matthias Miersch sprang ihr noch prompt zur Seite und verteidigte die surreale Szene. Das Auslachen einer Ministerin „gehe überhaupt nicht“. Also wenn wir nicht einmal mehr lachen dürfen, was ist dann überhaupt noch erlaubt? Dem eigenen Magengeschwür beim Wachsen zuzusehen, vielleicht? Aber Schwamm drüber, das neue Jahr steht an und wir wollen positiv auf 2026 blicken. Zumindest scheint es noch so etwas wie eine himmlische Gerechtigkeit zu geben. Menschen wie Bas gibt es in der Berliner Blase viele. Sie haben alle ihr Schäfchen im Trockenen, brauchen sich mit der Realität nicht mehr auseinanderzusetzen und zeigen dennoch oft ein ziemlich missmutiges Gesicht. Das mag damit zusammenhängen, dass destruktives Handeln in den wenigsten Fällen wirklich innere Zufriedenheit auslöst. Das Bäckerhandwerk ist da besser dran. OK, es gibt viel Arbeit, der Wettbewerb ist kein Zuckerschlecken und das staatliche Handeln darf man durchaus als organisierte Behinderung bezeichnen. Aber immerhin erschafft man jeden Tag ein hochwertiges Lebensmittel, das Menschen Freude bereitet. Außerdem hat das Bäckerhandwerk die Arbeitsplätze seiner Mitarbeiter im Jahr 2025 erfolgreich gegen alle Sabotageaktionen aus Brüssel und Berlin verteidigt. Kurz: Es gibt Anlass zu Zufriedenheit und guter Laune. Denken Sie nur 2026 daran: Niemals die Nachrichten einschalten!
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