Die Geschiche von der „Karriere mit Lehre“ wurde zwar fleißig in Sonntagsreden strapaziert, auf die Pläne der jungen Menschen hatte sie aber nur sehr bedingt Einfluss. Oder besser gesagt: Der Einfluss kommt reichlich spät, macht sich indes doch irgendwie bemerkbar. Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY veröffentlicht seit 2014 eine repräsentative Untersuchung rund um die Berufschancen von Uniabsolventen. 2024 rechneten von denen noch 54 Prozent mit einem raschen und passenden Jobeinstieg. In diesem Jahr stimmten dieser positiven Prognose nur 39 Prozent der Studenten zu. Zwölf Prozent zeigten sich pessimistisch – eine Verdopplung gegenüber 2024. Jetzt gab sich auch 2026 noch immer eine Mehrheit vorsichtig optimistisch, trotzdem wandeln sich die Vorzeichen. Stand für die Studenten vor zwei Jahren das gute Gehalt an erster Stelle, ist es heute der sichere Arbeitsplatz mit einigem Abstand zu Geld und flexiblen Arbeitszeiten. Die Gen Z ist scheinbar auch nicht mehr das, was sie mal war. Junge Leute landen gerade in überraschend kurzer Zeit auf dem Boden der Tatsachen. Für ein Handwerk, das nach aller Erfahrung krisensichere Arbeitspläze mit guten Aufstiegsmöglichkeiten bieten kann, ist das keine schlechte Nachricht. Lassen Sie also die Passage mit den „sicheren Arbeitsplätzen“ ruhig in ihren Stellenanzeigen stehen, inzwischen haben sie wieder Gewicht. Wenn jetzt Vater Staat seinen aus allen Nähten platzenden Verwaltungen noch einen Einstellungsstopp verordnet, gehören die Mitarbeitersorgen bald der Vergangenheit an. Okay, das wird zu unseren Lebzeiten nicht passieren. Aber ganz ohne Herausforderungen wäre die Personalpolitik ja auch langweilig.
Kommentare |




















