Es sind wunderbare Zeiten für Schlaumeier. Bei fast jedem Bäcker lassen sich zurzeit Optimierungsmöglichkeiten finden, und Fazit ist allzu oft: „Da lässt du das Geld auf der Straße liegen.“ Der Bäcker hat allerdings auch ein ausgezeichnetes Gegenargument: „Stimmt schon, aber zurzeit finde ich keine Mitarbeiter, die es aufheben.“
Beobachten kann ich das Dilemma inzwischen wieder beim Bäcker meines Vertrauens, der mir allmorgendlich den Weg zur Arbeit mit einem belegten Brötchen versüßt. In der großen Filiale hingen zwischenzeitlich zwei handgeschriebene Zettel an der Tür: „Bis auf Weiteres schließt diese Filiale um 14 Uhr“ und „Ab dem 23. September sind wir wieder bis 17 Uhr für Sie da.“ Den Zweikampf hat der 14-Uhr-Zettel gewonnen, und an der Snacktheke hat er jetzt noch ein Brüderchen in Form eines per Hand beschriebenen Kartons bekommen: „Bis auf Weiteres können wir leider keine Frühstücke und kein Rührei anbieten.“ Die Entscheidung begrüße ich sogar, denn bei dem unterbesetzten Team der Filiale blieb nur das Verlassen des Geschäfts, wenn ein Gast vor mir die gefürchtete Bestellung „Drei Rühreifrühstück! Eins natur, eins mit Schinken, eins mit Kräutern“ abgab. Aber an den handgeschriebenen Zetteln hätte ich dann doch etwas zu schlaumeiern. In Zeiten wie diesen gehört ein professionelles Schild mit variabler Öffnungszeit vorsorglich in jede Filiale. Gerne noch mit einem Hinweis, wo die nächste geöffnete Filiale des Hauses zu finden ist. Gleiches gilt für Änderungen im Angebot: „Wenn wir Tentakelarme hätten, könnten wir weiter das Rühreifrühstück anbieten. Leider fehlen die Kollegen. Unser Snackteam hat aber für Sie das neue Eipatty-Brötchen entwickelt.“ Das lässt sich aus der Zentrale schnell in die Filiale liefern. Noch besser dran sind bei der Gelegenheit die Filialen, in denen Digital Signage installiert ist. Vorbereitet wollen die Motive hier aber auch sein.
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