Auf der Suche nach dem geeigneten Kaffee stößt man im Regal schnell auf den Hinweis „Direct Trade“. Der Begriff hat sich in den letzten Jahren zu einem regelrechten Modewort im Kaffeegeschäft gewandelt. Viele Röster in Deutschland werben damit – doch nicht alle erklären, was sie konkret darunter verstehen. Immerhin ist Direct Trade im Gegensatz zu Fair Trade oder Bio kein geschütztes Label, ganz im Gegenteil. Die Bezeichnung lässt viel Raum für Interpretation. Zu viel Raum? Die fast schon inflationäre Verwendung macht es vor allem für Röstereien schwer, die einen wirklich hohen Maßstab an ihren direkten Handel setzen, ihre Glaubwürdigkeit und Alleinstellungsmerkmale zu bewahren. Glücklicherweise wird Transparenz immer wichtiger. Konsumenten haben sich lange Zeit leicht von vermeintlich einfachen Informationen auf einer Packung beruhigen lassen. Ein nettes Logo und drei kurze Sätze darüber, wo die Bohnen herkommen, reichen heute bei manchen Kunden aber nicht mehr aus. Das Gute: Röster haben natürlich auch abgesehen vom direkten Handel mit Rohkaf- fee tolle Möglichkeiten, nachhaltige Handelsbeziehungen aufzuzeigen. Sie müssen ja nicht mit grünen Bohnen aus Mittelamerika starten. Wie wäre es stattdessen, Ihren ausgeschenkten Cappuccino mit Milch vom lokalen Bauern zuzubereiten?
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