Preis und Qualität

Preis und Qualität

29.07.2025 | Dirk Waclawek

Im Bäckerhandwerk sagen wir uns ja immer, dass sich Qualität auf Dauer durchsetzt. Manchmal klingt das natürlich wie das Pfeifen im Walde angesichts der Marktanteilsgewinne der Industrie. Oder sind die Brüder vielleicht gar nicht mehr schlecht? Die Frage soll hier nicht erörtert werden. Zumindest haben wir aber ein Indiz gefunden, dass viele Verbraucher immer noch bereit sind, Qualität zu honorieren. In München übernimmt bekanntlich die Bäckerei Brücklmaier die Bäckerei Traublinger. Beide Handwerksbettriebe sind in Sachen Qualität, Sortiment, Preisstruktur und Standortpolitik ähnlich aufgestellt. Sebastian Brücklmaier und Heinrich Traublinger haben verabredet, dass bei der Sortimentsanpassung die jeweils erfolgreicheren Produkte im Programm bleiben sollen. Also schaute man sich alle vergleichbaren Artikel unter dem Gesichtspunkt Qualität, Verkaufserfolg und Preis an. Ergebnis: Unabhängig von der herstellenden Bäckerei war das qualitativ bessere Produkt auch immer das im Verkauf erfolgreichere – selbst wenn es im Vergleich teurer war. Jetzt bewegen sich beide Bäckereien grundsätzlich auf einem vergleichbaren Preisniveau, gewaltig waren die Preisunterschiede also nicht. Trotzdem kann man das Fazit ziehen, dass dem Handwerkskunden herzlich egal ist, ob der Zwetschgendatschi 3,80 oder 3,90 Euro kostet. Gut muss er sein. Und wenn er schlecht ist, würde auch die Preissenkung auf 3,20 Euro nichts helfen. Die Lehre können die Kollegen durchaus im Hinterkopf behalten – insbesondere, wenn wieder die böse Versuchung auftaucht, etwas beim Einkauf durch niedrigere Qualität zu sparen.


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