Kommentar: Aktive Akquise

Kommentar: Aktive Akquise

11.05.2026 | Dirk Waclawek

Viele Bäcker werden es in den vergangenen Jahren erlebt haben: Da hatten sie mit viel Einsatz eine tolle Verkäuferin ausgebildet und – schwupp – stand der Leiter des örtlichen Lebensmittelmarktes vor der Theke, bot zwei Euro die Stunde mehr und die Bäckerei konnte sich auf die Suche nach Ersatz machen. Kürzlich berichtete mir ein Kollege, der den oben geschilderten Fall wohl häufiger erlebt hatte, dass sich die Verhältnisse gedreht haben. Sein liebstes Hobby: mit reichlich Visitenkarten ausgerüstet durch die Lebensmittelmärkte bummeln und den Selbstscanner-Kassen bei der wundersamen Vermehrung zusehen. Sitzt dann noch eine offensichtlich gute Verkäuferin an einer der wenigen verbliebenen klassischen Kassen, fängt unser Bäcker gern ein unverbindliches Gespräch an. Falls sie sich wegen der SB-Kasse Sorgen um ihren Job mache, wüsste er einen Arbeitgeber, bei dem die persönliche Leistung noch etwas zähle. Inklusive ordentlicher Bezahlung, sicherem Arbeitsplatz, Weiterbildung und Karrieremöglichkeiten. Sie könne sich jedenfalls gern bei ihm melden. Zugegeben: Der Kollege kann sich den Spaß leisten, weil er keine Vorkassenzonen besetzt. Das kostet ihn unter dem Strich wahrscheinlich Geld. Dafür sind seine Teams aber in letzter Zeit um einige gute Kollegen gewachsen.


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