Die neue EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ trifft die Kaffeebranche an einem empfindlichen Punkt, denn Begriffe wie „direkt gehandelt“, „klimaneutral geröstet“ oder „nachhaltiger Anbau“ gehören hier zum alltäglichen Geschäft. Gerade im Kaffeehandel, wo Lieferketten sehr komplex gestaltet sind, kann der Nachweis jetzt noch herausfordernder werden. Transparenz endet nicht mehr beim direkten Handel mit Farmen, sondern verlangt nun Dokumentation, Auditierbarkeit und im Zweifel externe Zertifizierung. Das kostet Zeit, Geld und personelle Ressourcen – insbesondere für kleinere Unternehmen ein Unterfangen, das kaum zu stemmen ist. Ebenfalls problematisch ist der Faktor Zeit. Verpackungen, Designs und Sortimente werden weit im Voraus geplant. Doch das neue Gesetz greift bereits ab September 2026. Wenn rechtliche Details spät geklärt werden, drohen Fehlinvestitionen oder sogar die Vernichtung bereits produzierter Materialien. Das wiederum steht ironi- scherweise in absolutem Widerspruch zum Nachhaltigkeitsgedanken. Die neuen Regeln sind in jedem Fall ein Stresstest – selbst für ohnehin schon nachhaltig aufgestellte Geschäftsmodelle.
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