In den USA ist eine gerichtliche Auseinandersetzung um die Verantwortung von Lebensmittelherstellern für die Gesundheit ihrer Kunden mit dem Urteil eines Bundesgerichts beendet worden. Geklagt hatte ein junger Mann, der der Überzeugung ist, dass er unter Typ-2-Diabetes und anderen Erkrankungen leidet, weil er hochverarbeitete Lebensmitteln (UPF) von elf namhaften Herstellern wie Mars oder Coca Cola konsumiert hat.
Der Richter wies die Klage ab. Er stellte fest, dass die Klage zwar „ernsthafte Bedenken bezüglich der UPF-Industrie und ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern“ aufwerfe. Allerdings könne der Kläger nicht „eine ganze Industrie für diese Beschuldigungen verantwortlich machen.“ Er schrieb: „Die Klageschrift schafft es nicht, den notwendigen Ursachenzusammenhang darzulegen, weil ihr die ausreichenden Fakten fehlen, die zeigen, dass jeder Beklagte oder jedes Produkt einzeln seinen Schaden verursacht oder dazu beigetragen hat.“ Anders formuliert: Der Nachweis, dass bestimmte UPFs dem Kläger einen Schaden zugefügt hätten, konnte nicht erbracht werden.
Hochverarbeitete Lebensmittel (ultra processed food, UPF) sind hochumstritten. Der Lebensmittelindustrie wird unterstellt, sie stelle sie her, um Kunden süchtig zu machen; die Adipositaskrise und andere gesundheitlich problematische gesellschaftliche Entwicklungen seien auf sie zurückzuführen. Kritiker dieser These wenden ein, dass nicht klar sei, was genau UPF sind, und dass die Zusammenhänge nicht so eindeutig sind wie behauptet. Das Thema ist also juristisch – zumindest in den USA – einstweilen geklärt, doch Beobachtern zufolge wird die politische Diskussion weiter anhalten, worauf sich auch die Backwarenindustrie einstellen müsse.




















