Die Bäckerei Sippel aus Ungestein (Rheinland-Pfalz) hat Ärger, der existenzbedrohende Ausmaße anzunehmen scheint. Das Unternehmen blickt auf eine 128-jährige Backtradition zurück. Es unterhält heute sechs Filialen und beschäftigt mehr als 40 Mitarbeiter. Seit gut 50 Jahren produziert es am aktuellen Standort – und der wird jetzt zum Problem. Denn vor einigen Jahren hat die Bäckerei eine neue Nachbarin bekommen, die sich an der nächtlichen Produktion stört und seit 2021 versucht, das Unternehmen zu vertreiben.
Das Recht hat die Nachbarin nach Auskunft von Inhaber Amadeus Böttinger, der das Unternehmen mit seiner Schwester Isabel letztes Jahr übernommen hat, auf ihrer Seite, weil die Produktion in einem reinen Wohngebiet liegt. Als der seinerzeitige Inhaber sich dort niedergelassen hat, hatte er nach Auskunft von Böttinger alle Nachbarn um ihre Zustimmung gebeten und erhalten. Daher konnte er die Produktion aufnehmen. Doch Sippels erfolgreiche Arbeit – Wachstum auf die heutige Größe – entpuppt sich nun als Nachteil: Produktionsstätten in reinen Wohngebieten sind nur dann erlaubt, wenn sie ausschließlich der Versorgung des Wohngebietes dienen. Was seit der Filialisierung nicht mehr der Fall ist.
Nach Böttingers Einschätzung hat er in der aktuellen Auseinandersetzung schlechte Karten: Er wird umziehen müssen. Da hilft es auch nicht, dass er die Sympathien der Kreisverwaltung auf seiner Seite und von den anderen Nachbarn nie ein böses Wort gehört hat. Die Frage ist bloß: Wohin soll er gehen? Er ist auf der Suche nach einem neuen Standort und spricht mit Banken über die Finanzierung. Inzwischen befassen sich Fachanwälte mit der Angelegenheit. Alles ist im Fluss. Böttinger fragt: Kann jemand bei der Standortsuche helfen? Der möge sich per E-Mail bei ihm melden.




















