Angesichts stagnierender oder rückläufiger Umsätze kommen in vielen Bäckereien zurzeit vernünftigerweise die Kostenverursacher auf den Prüfstand. Zu den Punkten, die augenscheinlich sofort Wirkung zeigen, gehört eine strengere Retourenpolitik. Was gar nicht erst gebacken wird, wird auch keine Kosten verursachen – logisch. Wenn Sie sich in der Vergangenheit nur nebenbei mit den Retouren beschäftigt haben, kann es natürlich sein, dass diese ausgeufert sind und sich hier ein hübsches Sümmchen einsparen lässt. Wir gehen aber mal davon aus, dass Ihre Retouren nicht zufällig so sind, wie sie sind. Bei manchen Produkten fahren Sie also bewusst eine hohe Quote, weil sie sich bei dem tollen Deckungsbeitrag mehr als verschmerzen lässt. Oder Sie akzeptieren bei einem Neuprodukt in der Einführungsphase aus guten Gründen die Überproduktion. Vielleicht handelt es sich auch um eines Ihrer Signature-Produkte, und der Kunde soll sich darauf verlassen können, dass er das auch in den kleinen Filialen und auch um 17:00 Uhr noch kaufen kann. Kurz: Es gab gute wirtschaftliche Gründe, warum Produkt X mit der Retoure Y gefahren wurde. Wenn Sie etwas ändern möchten, sollten Sie sicher sein, dass diese Gründe nicht mehr vorliegen. Sonst ist Retourengeiz tatsächlich ein schlechter Ratgeber. Vor allem – das sei nur der Vollständigkeit halber gesagt, denn es ist natürlich Allgemeinwissen – wenn einfach eine Quote über alle Filialen und Produkte gestülpt wird.
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