Dass die Babyboomer demnächst in die verdiente Rente verschwinden, ist in den Bäckereien Stand der Erkenntnis. Schlaue Bäcker haben sich deshalb schon überlegt, wie sie das Wissen des Altgesellen oder der erprobten Filialleiterin sicher und strukturiert auf die nächste Mitarbeiter-Generation übertragen können. Verbunden ist damit ein Gefühl der Dankbarkeit gegenüber Menschen, die der Bäckerei über 20 oder 30 Jahre auch in den schwierigen Zeiten die Treue hielten. Das waren noch Mitarbeiter, denen der Betrieb am Herzen lag. Nicht zu vergleichen mit den jungen Leuten, die heute ihre Lehre machen, alle Leckerlis selbstverständlich mitnehmen und dann ein halbes Jahr nach Lehrabschluss einfach so gehen, weil ein anderer Arbeitgeber scheinbar leicht bessere Konditionen bietet.
Vielleicht ist es schlau, diesen Groll herunterzuschlucken. Diese Generation ist wie sie ist, es handelt sich nicht um eine spezifische Eigenschaft Ihrer Jungbäckerin, in deren Ausbildung Sie so viel Zeit und Mühe investiert haben. Wahrscheinlich meint sie den Wechsel nicht einmal böse. Und die gute Nachricht: Die Generation wechselt schnell weg. Sie wechselt auch schnell wieder zurück. Also brav den Kontakt speichern und jährlich weiter zum Geburtstag gratulieren, um ihr den Wechsel zurück so einfach wie möglich zu machen. Aus manch unsicherem Kantonisten lässt sich auf lange Sicht doch noch ein Babyboomer machen.
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