Was durch Corona sichtbar wird

Was durch Corona sichtbar wird

24.04.2020 | Edda Klepp

„Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben“, schrieb einst Rainer Maria Rilke. Als habe der Dichter damals schon geahnt, was in Corona-Deutschland heute Realität ist. Wer nicht vorgesorgt hat, sitzt jetzt nämlich ganz schön auf dem Trockenen. Liquiditätsengpässe bescheren Unternehmern schlaflose Nächte. Besser schläft hingegen, wer zuvor sichere Rücklagen gebildet hat. Das zeigt sich im übertragenen Sinne auch in Personalfragen. Wer zuvor Wert auf Teamentwicklung gelegt, seine Mitarbeiter gefördert und Wertschätzung gelebt hat, wird sich heute auf sein Team verlassen können. Nicht nur weil Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, sondern auch wegen der engen Verbundenheit zum Betrieb. Wer zuvor schon über eine funktionierende Kommunikation verfügt hat, der wird heute auch via Facetime, Skype oder andere digitale Tools reibungslos Abläufe koordinieren. Wer so weitsichtig war, sich einen Onlineshop einzurichten, darf nun die Früchte ernten. (Wir haben uns sagen lassen, dass manche Bäcker ihre Online-Umsätze innerhalb kurzer Zeit mehr als verdreifachten.) Wer bislang hingegen unachtsam mit seinen Mitarbeitern umgegangen ist, riskiert Demotivation statt Motivation. Und doch nützt es niemandem, Versäumnissen nachzutrauern und gramvoll die Hände in den Schoß zu legen. Jede Krise birgt auch eine Chance. Wer klug ist, ergreift sie. Genau diese Versäumnisse, die im Alltag allzu gern verdrängt worden sind, werden nun sichtbar. Packen Sie also zu! Nehmen Sie die Herausforderung an und werden Sie besser! In Krisenzeiten zeigt sich, wer lernfähig ist und das Ruder herumreißen kann.


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