So schnell kann es gehen. Da tagte letzte Woche die Mindestlohnkommission und kam ihrer im Mindestlohngesetz vorgesehenen Aufgabe nach: Mehrheitlich sprach sie sich in ihrer Sitzung vom 26. Juni 2023 dafür aus, den Mindestlohn zum 1. Januar 2024 auf 12,41 Euro zu erhöhen und ab dem 1. Januar 2025 auf 12,82 Euro. Darauf reagierte der Zentralverband pflichtgemäß und warnte vor das Bäckerhandwerk in seiner Existenz bedrohenden Kostensteigerungen. „Statt die Lohn-Preis-Spirale und damit letztlich die Inflation weiter anzuheizen, ist die Politik gefordert, endlich wirksam die hohe Inflation zu bekämpfen“, sagte Friedemann Berg, stellvertretender ZV-Hauptgeschäftsführer.
Die Pressemitteilung war kaum heraus, da sorgte SPD-Parteichef Lars Klingbeil dafür, dass sie Makulatur wurde. Er brachte am Wochenende in einem Zeitungsinterview die Untergrenze von 13,50 bis 14,00 Euro ins Spiel. Im Gespräch mit Bild am Sonntag verwies er auf die Inflation und sagte: „Das Leben ist teurer geworden, deshalb brauchen wir generell höhere Löhne im Land.“ Er kritisierte auch die Kommission, deren Empfehlung, den Mindestlohn in einem ersten Schritt nur um 41 Cent zu erhöhen, deutlich zu niedrig sei.
Bei der letzten Erhöhung des Mindestlohns auf 12,00 Euro war die Mindestlohnkommission von der Bundesregierung übergangen worden. Die aktuelle Entscheidung erfolgte zum ersten Mal nicht einvernehmlich, sondern mehrheitlich. Die europäische Richtlinie gibt keine konkreten Werte vor. Lars Klingbeil ist seit kurzem Brotbotschafter.




















