Wir wissen zugegebenermaßen nicht, ob die Kunden seit Monaten verzweifelt an ihrer Strandfigur arbeiten. Auf jeden Fall essen sie weniger Brot. Betroffen sind nicht nur die Handwerksbäckereien, sondern auch die Industrie – nach den Zahlen von Yougov verlor Toast zum Beispiel im ersten Quartal mit 12,1 Prozent besonders deutlich. Die Bäcker steuern dagegen. Manche sparen an der Qualität der Rohstoffe, wie aus Lieferantenkreisen zu hören war. Das bringt zwar schnell Einsparungen, ist langfristig aber eine zweischneidige Sache. Andere sind voll mit dem Tätowieren von Ameisen beschäftigt, wie unser verstorbener Verleger die Detailarbeit bei der Optimierung der Abläufe gerne nannte. Hier ein Prozentpünktchen bei den Retouren, dort eine knappere Personaleinteilung. Das ist alles verständlich und in solchen Zeiten auch notwendig. Ein bisschen vergessen wird dabei, dass man schlechten Zahlen nicht nur durch Sparen, sondern auch durch mehr Umsatz begegnen kann. Sie finden, mit der Binsenweisheit haben wir uns mal wieder den „Schlaumeier der Woche“ verdient? Stimmt natürlich. Vom gemütlichen Redaktionsbüro lassen sich leicht Ratschläge geben. Allerdings gilt weiter die Regel, dass sich insbesondere große Standorte nur bis zu einem bestimmten Punkt zum Sparen eignen. Hier ist man fast zum Umsatzwachstum verdammt. Und wer durch die Bäckereien bummelt, trifft auf Kollegen, die jeden Euro an Zusatzumsatz herausholen – angefangen bei der Kundenführung bis hin zum Verkauf des selbst hergestellten Limonadensirups. Andere lassen dieses Geld noch links liegen. Um noch einen Fünfer ins Phrasenschwein zu werfen: Die guten Bäcker machen gerade das eine, ohne das andere zu lassen. Wir drücken die Daumen.
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