Kennen Sie Job Crafting? Der Ausdruck meint so viel wie: „Arbeit gestalten“. Mitarbeiter passen ihre Arbeit an die eigenen Bedürfnisse, Stärken und Schwächen an. Eine Aufgabe wird gewissenhaft erledigt, die nächste vielleicht etwas abgekürzt. Das Ziel: Der Arbeitsplatz soll so funktionieren, dass der Mitarbeiter dort möglichst gerne arbeitet. Das entspricht ja durchaus auch dem Ziel des Unternehmens – Stichwort Mitarbeiterbindung. Nun kann natürlich nicht jeder seinen Job craften, wie er lustig ist. Wenn der Azubi sich entscheidet, zwei Stunden nach Schichtbeginn anzutanzen, der Konditor findet, dass Torten ohne Chili viel zu langweilig sind, oder der Fahrer die Backwaren nach dem Zufallsprinzip verteilt, dann funktioniert der Betrieb nicht mehr. Doch in einem gewissen Rahmen findet Job Crafting jeden Tag statt. Eher aus dem Bauch heraus als mit aufgeschlagenem Lehrbuch voller Organisationstheorie. Die Frage ist nur, ob und wann die Führungskraft von entsprechenden Veränderungen Wind bekommt. Warum also nicht gleich die Tür öffnen und Mitarbeiter ermutigen, mit Veränderungswünschen zu ihrem Chef zu gehen? Vielleicht verbessert die Idee den Arbeitsalltag der Person. Im Idealfall ergibt sich sogar eine Anpassung für die gesamte Abteilung. Andersherum widerspricht die Idee eventuell den Standards der Bäckerei und lässt sich nicht umsetzen oder wenigstens nur mit einem Kompromiss. Dann ist Kommunikationsgeschick gefragt, um den Beteiligten klarzumachen, warum der Vorschlag nicht funktioniert. Immer noch besser, als nach einem halben Jahr zu merken, dass der Arbeitsablauf längst zur Unzufriedenheit des Unternehmens angepasst wurde. Probieren Sie „Was würdest du gerne an deiner Arbeit verändern?“ im nächsten Personalgespräch doch einfach mal aus.
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