Am gestrigen Montag, 8. Januar, haben die angekündigten Proteste der Landwirte gegen die Politik der Bundesregierung begonnen. Sie wehren sich gegen zusätzliche Belastungen, die ihnen zur Erreichung der Klimaschutzziele auferlegt werden sollen. Unter anderem der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV) unterstützt ihre Forderungen. In einer Mitteilung des Bäckerinnungsverbands West unter Berufung auf den Zentralverband heißt es: „Wir können den Unmut der Landwirte verstehen, denn bei ihnen geht es um eine Verteuerung ihrer Produktionsbedingungen. Mittelbar ist davon auch unser Bäckerhandwerk betroffen.“ Beide Verbände riefen die Bäcker auf, „in angemessener Weise an den Protestkundgebungen der Landwirte teilzunehmen.“ Besonderen Wert legt man dabei auf die Ermahnung der Mitglieder, erstens keine Streikaktionen durchzuführen, also die Läden geöffnet zu halten, zweitens den Protest als Unterstützung der Landwirte zu formulieren und nicht als Protest von Bäckern und drittens dabei absolut friedlich zu bleiben.
Aus verschiedenen Teilen Deutschlands wird nun über die Teilnahme von Bäckern am ersten Protesttag berichtet. So wiesen Jan Müller von der Familienbäckerei Müller aus Ranzel (zwischen Köln und Bonn gelegen) und Landwirt Stefan Werres darauf hin, dass Preissteigerungen bei Bauern auch Preissteigerungen bei Lebensmitteln bedeuten. Auch die Kreishandwerkerschaft Fulda unterstützt den Protest. Aus dieser Region wird berichtet, dass sich auch Metzgereien und Bäckereien „zum Boykott entschlossen“ hätten. In Pirna hängte die Bäckerei Gröger das vom ZV zur Verfügung gestellte Plakat ins Schaufenster. Bei der Bäckerei Lau in Lübz (Mecklenburg-Vorpommern) blieben am Montag die Brotregale leer, es gab nur Brötchen.
Dass die Stimmung mancherorts aufgeheizt ist, zeigte ein Vorfall in Bad Liebenwerda (Brandenburg). Vor einem Fachgeschäft der Bäckerei Bubner kippten Unbekannte eine Fuhre Mist aus, weil Inhaber Thomas Bubner seine Kritik an der Bundesregierung nicht durch Schließung seiner Läden zum Ausdruck bringen wollte. Nach Angabe des Internet-Portals t-online.de schrieb Bubner in den Sozialen Netzwerken: „Leider haben sich mehrere Randgruppen auch mit rechtsnationaler Gesinnung, Spinner und Extremisten angedockt. Diese Gruppen verfolgen ihre eigenen Ziele, die Aufrufe in den sozialen Medien sind schon jetzt von Hass und Hetze geprägt.“




















