Bürokratie, wo sie hingehört: im Museum

Foto: pixabay / fulopszokemariann 2024

Bürokratie, wo sie hingehört: im Museum

21.05.2024 | Helen Werner

Vom 22. April bis zum 25. Juni 2024 eröffnet im Berliner Regierungsviertel das erste Bürokratiemuseum der Welt, kuratiert von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Das Museum möchte mit seinen komischen Exponaten auf die Auswirkungen überbordender Bürokratie aufmerksam machen. Vor dem Eingang in der großen Lobby erwartet die Besucher die Behörden-Mühle: ein überdimensionaler Stapel aus 60 Aktenordnern, die über dem Betrachter scheinbar zusammenbrechen. Sie stehen für die etwa 60 Ordner, die für die Beantragung einer Windkraftanlage benötigt werden – wohlgemerkt nach der letzten Verfahrensvereinfachung. Ein mächtiger Mammutbaum als Eingangsportal veranschaulicht das dahinterliegende Problem: den Paragrafen-Dschungel, durch den sich der Besucher – genau wie das ganze Land jeden Tag – kämpfen muss. Über einen Warte-Warte-Warte-Raum führt der Weg zu einer ironischen Darstellung der fesselnden Wirkung von Bürokratie und gipfelt in einem Schneckenrennen vom Antrag bis zur Genehmigung. Einen Sprachkurs in Bürokratisch gibt es außerdem. Was sich zunächst nur nach einer gewissen Belustigung anhört, beinhaltet eigentlich einen Großteil Ernsthaftigkeit.

Der Eintritt in das Museum ist frei. Geöffnet hat es werktags von zehn bis 17 Uhr nach vorheriger Online-Registrierung.