Vor Kurzem besuchten wir eine schöne kleine Filialbäckerei. Für die Kommunikation mit den Mitarbeitern setzten die beiden jungen Chefs auf eine App, die wir davor zuletzt bei Junge in Lübeck im Einsatz gesehen hatten. Das hört sich erst einmal nach Overkill an, schließlich muss der kleine Bäcker nicht wie Junge rund 5.000 Mitarbeiter informieren. Bei zehn Geschäften – fast in Steinwurfweite von der Backstube – sollte die persönliche Kommunikation doch noch möglich sein, oder? Das ist sie natürlich auch. Frage ist nur, welche Art von Kommunikation gemeint ist und wie viel Zeit Unternehmerin und Unternehmer dafür aufwenden möchten. Einer der Bäcker brachte ein Beispiel: Gab es früher ein Problem, trudelten sicher in der nächsten Stunde ein Dutzend Anrufe aus allen Filialen mit der gleichen Frage ein. Heute hat sich das auf Knopfdruck erledigt. Weitere Routineaufgaben laufen inzwischen automatisch im Hintergrund: Die Mitarbeiter haben ihre Personaleinsatzplanung auf dem Smartphone, die Daten fließen automatisch in die Lohnbuchhaltung ein, und verständliche Charts für die Filialleitungen lassen sich mit einem Klick generieren. Der langen Rede kurzer Sinn: Die schöne neue Technikwelt sorgt zumindest im Kommunikationsbereich für ein Stück Chancengleichheit zwischen kleineren und größeren Betrieben. Gewinnen lässt sich das wohl wichtigste Gut: Unternehmerzeit. Und die ist dann wieder in die wertvollere Art von Kommunikation investieren.
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