Die meisten Fehler macht man, wenn es einem gut geht

Die meisten Fehler macht man, wenn es einem gut geht

24.03.2025 | Dirk Waclawek

Nur noch ein paar Monate, dann wird für die deutsche Medienlandschaft wieder die Saure-Gurken-Zeit beginnen. Ein schon fest eingeplanter Bestandteil der Berichterstattung dürfte sich dem Untergang des Bäckerhandwerks widmen. Jeder Kleinbetrieb, der aus Altersgründen seine Tore schließt, wird zum Symbol für den Niedergang einer Branche hochgeschrieben werden. Dabei hat ein guter Teil des Bäckerhandwerks ein durchaus erfolgreiches Jahr hinter sich. Die auf dem Foodservice-Forum in Hambug gezeigten Zahlen – ausführlicher Bericht im Back Journal April – lassen den Schluss zu, dass die Bäcker mit ihren Gastroanstrengungen sogar außerordentlich erfolgreich unterwegs waren, während die klassische Gastronomie Federn lassen musste.

Da haben es sich die Bäcker doch verdient, einmal durchzuschnaufen und zufrieden auf das Erreichte zu schauen, oder? Verdient sicherlich, nur leisten können sie es sich leider nicht. Viele Backstuben werden angesichts ihres Altersschnitts in fünf Jahren nicht mehr produktionsfähig sein. Auch wenn also gerade bei Ihnen alles seinen gut organisierten und erfolgreichen Weg geht, ist es höchste Zeit für ein bisschen Rechenarbeit: Wie viele Leistungsträger werden Ihre Bäckerei in den nächsten fünf Jahren in die verdiente Rente verlassen? Wer kann ihre Aufgaben übernehmen? Wie steht es um den betriebsinternen Aufbau von Talenten? Die Antworten auf dieser Fragen werden oft nicht besonders aufmunternd sein. Sie werden allerdings umso deprimierender, je länger man die Sache vor sich her schiebt. Also dann, trauen Sie sich!


Kommentare |