Gute Nachrichten – oder doch nicht?

Gute Nachrichten – oder doch nicht?

26.06.2020 | Trond Patzphal

Eines vorweg: Redliches Bemühen möchten wir allen Verantwortlichen an dieser Stelle gar nicht absprechen. Das jüngst geschnürte Konjunkturpaket rief zwar naturgemäß auch seine Kritiker auf den Plan, darin sind aber sinnvolle Ansätze enthalten. Sowohl im Inhalt als auch den dafür geplanten Summen. Umsatzsteuertechnisch kann sich die Gastronomie sogar noch über eine Extrawurst freuen. Doch genau die sorgt für einen ersten Wermutstropfen. Denn hier bedarf es nicht nur zwei Umstellungen, zum 1. Juli und 31. Dezember diesen Jahres, sondern gleich noch einer dritten Mitte des kommenden Jahres. Die Kassensysteme müssen angepasst und gegebenenfalls Preisauszeichnungen geändert werden. Selig, wer das aus eigenen Kräften kann und nicht auf einen Dienstleister angewiesen ist. Für eine übermäßige Beanspruchung aller Service-Techniker der Kassenhersteller wird es dennoch sorgen. Und ja, das sind immer noch Beschwerden auf einem hohen Niveau. Die volle Härte germanischer Bürokratie bekommen wir zu spüren, wenn wir ein zweites, jedoch verwandtes Thema mit in den Topf schmeißen: die ab Oktober verpflichtend einzusetzenden technischen Sicherungseinrichtungen. Es war schon vor Corona und Steuersatzänderungen ein utopischer Gedanke, dass diese rechtzeitig flächendeckend installiert sind. Mit Rückenwind haben sich also die Zentralverbände des Handwerks und des Bäckerhandwerks erneut für eine Verschiebung dieser Frist eingesetzt. Doof nur, wenn das Bundesfinanzministerium deren Einschätzung nicht folgt und an der Umsetzung festhält. Zumindest ist die Finanzierung jetzt über die geringere Mehrwertsteuer quersubventioniert…


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