Die meisten Betroffenen breiten den Mantel des Schweigens aus, doch Konrad Pfister geht an die Öffentlichkeit: Seine Bäckerei-Confiserie Fleischli aus Niederglatt im Schweizer Katon Zürich (300 Mitarbeiter, 15 Fachgeschäfte) wurde Opfer eines Online-Erpressungsversuchs. Unbekannten Tätern war es gelungen, Zugriff auf das Firmennetzwerk zu erlangen und die Rechner zu verschlüsseln. Sie forderten die Bäckerei auf, per E-Mail oder über den Messengerdienst Telegram Kontakt aufzunehmen. Wie Pfister dem Online-Portal Swissbaker berichtete, ging er auf diese Aufforderung nicht ein, sondern wandte sich lieber an seine Versicherung.
„Innert Minuten waren wir mit einem Spezialistenteam verbunden“, erzählt er. „Das waren absolute Vollprofis – die haben uns durch den ganzen Prozess hervorragend begleitet.“ Sechs Tage lange kämpften die Experten mit der Bäckerei darum, die IT wiederherzustellen – und zwar so diskret, dass die Kunden nichts von dem Zwischenfall erfuhren. Den Schaden beziffert Pfister auf 130.000 Franken, von denen er dank der Versicherung, die er im Vorfeld eingegangen war, nur zehn Prozent übernehmen muss. Seine Empfehlung an die Kollegen ist eindeutig: Jedes Unternehmen – auch kleine und mittelständische Bäckereien – sollten das Thema IT-Sicherheit ernst nehmen und sich auf einen Angriff vorbereiten. Er sagt: „Es ist eine Illusion zu glauben, dass ein KMU für Cyberangriffe uninteressant ist, das ist Quatsch!“




















