Der Verband der Hefeindustrie e. V. kritisiert die Pläne der Europäischen Kommission, den Bioethanol-Gehalt in Benzin zu verdoppeln. Da Bioethanol durch Fermentation auf Basis von Melasse hergestellt wird, entstehe eine verschärfte Konkurrenzsituation um die sowieso schon knapper werdende Melasse, so der Verband. Angekündigt wurde, statt wie bisher E10 nun E20 an deutschen Tankstellen zur Verfügung zu stellen. Dr. Markus Weck, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Verbands der Hefeindustrie e. V., warnt: „Wer über höhere Ethanolgehalte im Benzin spricht, sollte auch die Herkunft und Verfügbarkeit der dafür benötigten Rohstoffe betrachten.“ Melasse entsteht bei der Zuckergewinnung aus Zuckerrüben und enthält darüber hinaus weitere Nährstoffe, die Hefezellen für ihr Wachstum benötigen. Für die Hefeproduktion ist sie daher essenziell. Die Anbauflächen für Zuckerrüben gehen in Deutschland jedoch seit Jahren zurück, in diesem Jahr um geschätzte weitere 12,7 Prozent. Ein erhöhter Abgang der produzierten Melasse in die Kraftstoffanreicherung mit Bioethanol würde die Situation für die Hefeindustrie daher weiter verschärfen. Diese steht ohnehin unter Druck, da auch weitere Nährmedien für die Hefeherstellung durch die eingeschränkten Lieferwege – ausgelöst durch den Nah-Ost-Konflikt – schlechter verfügbar sind. Der Verband warnt daher vor den Folgen für handwerkliche Bäckereien und die Backindustrie, die sich unter anderem in weiter steigenden Preisen zeigen könnten.
Hefeindustrie: Bioethanol-Produktion verschärft Preisdruck
Foto: BW / Stefan Schütter 2025




















