Kommentar: Von Kaffee und Klimawandel

Kommentar: Von Kaffee und Klimawandel

02.12.2020 | Kristina Bomm

Kommentar von Kristina Bomm, Redaktion:

Eine Spur der Verwüstung. Hurrikan Eta fegte Anfang November über Teile Mittelamerikas hinweg. Er hinterließ Tod und Zerstörung. Kurz danach folgte Hurrikan Iota. Mindestens 29 Tropenstürme zählt die Atlantische-Hurrikan-Saison inzwischen. Noch nie habe es so viele tropische Wirbelstürme auf dem Atlantik gegeben, heißt es. Ein trauriger Rekord! Die Zahl sei in diesem Jahr sogar so hoch gewesen, dass die Meteorologen bei der Namenswahl schon auf das griechische Alphabet zurückgreifen mussten – die Anfangsbuchstaben von A bis Z wurden schlichtweg schon vergeben, berichtete die FAZ Mitte November. Wer den Klimawandel nicht wahrhaben will, sollte also vielleicht einen Blick in die Medien riskieren. Dass das natürlich auch Auswirkungen auf die Kaffeebranche hat, erschließt sich von allein. Mexiko, Guatemala, Honduras, Nicaragua – alles wichtige Kaffee-produzierende Länder. Und damit hat es sich noch lange nicht: Hagelschläge in Brasilien. Plötzlicher Starkregen in Indien nach jahrelanger Trockenzeit. In Ostafrika sei mit dem Kaffeebohrer nun vermehrt ein Parasit aufgetaucht, der Kaffeekirschen mit dem Geschmack von faulen Kartoffeln hinterlasse, erzählte uns Dr. Steffen Schwarz von Coffee Consulate. Was aber gegen den Klimawandel unternehmen? Jeder hat andere Lösungsansätze. Und jeder Lösungsansatz beginnt mit etwas ganz Essenziellem: Den Klimawandel nicht mit einer gelassenen Handbewegung abzutun. Die Verantwortung nicht allein auf die Politik abzuschieben. Und zu überlegen, wo bei einem selbst die Möglichkeiten liegen, einen Beitrag zu leisten. Wenn auch nur einen kleinen. Denn wer weiß: Vielleicht ist sogar der Lieblingskaffee wegen des Klimawandels gefährdet.


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