Sie kennen ja sicher die Weisheit, die dem amerikanischen Autopionier Henry Ford zugeschrieben wird: „Die Hälfte der Ausgaben für Werbung sind verschwendet. Ich weiß nur nicht, welche Hälfte.“ Das lässt sich mit veränderten Werten auch auf die Produktentwicklung im Bäckerhandwerk übertragen: „90 Prozent der Arbeit für Produktentwicklung sind verschwendet. Immerhin wissen wir, welche zehn Prozent sich gelohnt haben.“ Die schlechte Trefferquote hat manche Bäcker dazu gebracht, die Produktentwicklung in den Kernsortimenten de facto einzustellen. Man bastelt noch etwas an den Snacks, fertig. So lässt sich viel Arbeit und Enttäuschung sparen.
Im aktuellen Back Journal stellen wir die Heidebäckerei Meyer vor. Der Betrieb schaffte 2025 ein schönes Mengen(!)wachstum im Brotsegment – natürlich berechnet auf die bestehende Fläche. Unter dem guten Dutzend Brote im Stammsortiment finden sich zwei Neuentwicklungen. Und den Klassiker „Heidebrot“ unterzog Seniorchef Herbert Meyer einer geschickten Modernisierung, um es aktuellen Geschmackserwartungen anzupassen. Zu dem Thema existiert von ihm sogar eine Sommelier-Arbeit. Auch an den anderen Broten im Programm wird unter dieser Prämisse beständig gearbeitet. Jetzt wissen wir zugegebenermaßen nicht genau, was die Brotverkäufe so angekurbelt hat, weil gleichzeitig das Marketing umgestellt, das Sortiment gestrafft und ein neuer Brotfahrplan eingeführt wurde. Die Produktneuentwicklung dürfte aber ihren Anteil am Erfolg haben. Und wenn man Meyer so zuhört, kann Produktentwicklung sogar Spaß machen. Jetzt brauchen wir nur noch die Bäckerweltformel, mit der man die erfolgreichen Neuentwicklungen im Vorfeld ermitteln kann.
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