Systemdenken und Sparsamkeit

Systemdenken und Sparsamkeit

12.05.2025 | Dirk Waclawek

Im aktuellen Back Journal (Ausgabe Mai 2025) finden Sie ein Interview mit Johann Schäfer (Schäfer Dein Bäcker, Limburg) und Peter Mauel (Bäckerei Mauel, Meckenheim). Gegenstand ist die Übernahme der Bäckerei Mauel durch den Kollegen aus Limburg, der damit sein Filialnetz auf den Großraum Köln ausdehnt. In dem Gespräch ließ uns eine Passage besonders aufhorchen: Schäfer wird in allen – rund 25 – Mauel-Standorten nicht nur das Kassensystem austauschen, sondern auf einen Schlag auch auf seine Ladenbacköfen, Kaffeemaschinen und Snacktechnik umstellen.

Das hört sich jetzt erst einmal nach Verschwendung an, denn die Technik in vielen Mauel-Verkaufsstellen hätte sicher noch einige Jahre ihren Dienst tun können. Tatsächlich geht es aber um Sparsamkeit: Für Schäfer wären die Systemkosten durch unterschiedliche Schulungsmodule, Probleme bei der Einarbeitung der Mitarbeiter in unterschiedlichen Filialen, erhöhten Aufwand bei den Haustechnikern und so weiter höher als die Kosten der neuen Ladenbacköfen und Kaffeemaschinen. Dazu kommt noch, dass in einer Systembäckerei die Brötchen in Filiale A natürlich genau wie in Filiale B schmecken müssen. Da Schäfer Erfahrung mit Wachstum hat – man legt jährlich um gut 20 Prozent zu und dürfte Ende des Jahres bei 225 Filialen stehen – gehen wir davon aus, dass diese Herangehensweise durchkalkuliert ist und sich bewährt hat. Damit sei natürlich nicht gesagt, dass Sie, falls sich noch unterschiedliche Ofenmodelle in Ihren Filialen finden, sofort alle systemfremden Fabrikate wegwerfen müssen. Der Fall erinnert aber zumindest daran, dass die Kosten, die im Laufe der Lebenszeit einer Maschine entstehen, oft weit über den Anschaffungskosten liegen. Es ist ganz gut, das während eines Bummels über die Iba im Hinterkopf zu haben.


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